Vaginal Steaming ist eine uralte Form des Dampfsitzbades, das nachweislich in allen alten Kulturen der Welt verwendet wurde und teilweise auch nach wie vor verwendet wird. Auch hier in Mitteleuropa ist es teilweise noch im Volkswissen verankert, zum Beispiel ist das Heublumen-Dampfsitzbad vor Geburten durchaus noch bekannt.

Frauen heute vermissen es oft sehr, Hausmittel zur Verfügung zu haben, mit denen sie selbst ihren weiblichen Beschwerden begegnen können. Bei Halsweh haben die meisten gleich mehrere Ideen wie Honig oder Sabeitee, nicht jedoch bei Regelbeschwerden und Ähnlichem. Es ist oft erschreckend, wie wenig Wissen über den eigenen Körper und seine Prozesse vorhanden ist. Zugleich ist hier eine zunehmende Neugier zu spüren und so ist es uns von Vaginal Steaming Austria ein Anliegen, dieses Wissen wieder “an die Frau” zu bringen. Im Sinne des weiblichen Empowerments, der gegenseitigen Bestärkung und Rückversicherung der Eigenmacht der Frau, möchten wir unseren Beitrag dazu vorlegen.

In früheren Zeiten waren es die Hebammen und Kräuterweiblein, die bei „Frauenleiden“ sowie rund um Schwangerschaft und Geburt um Hilfe gebeten wurden. Vermutlich wurde es jedoch viel breiter auch von den Frauen selbst für ihr Wohlbefinden eingesetzt. Leider haben die Hexenverbrennungen des Mittelalters viel altes Frauenwissen zerstört, sodass es einige Mühe kosten wird, dieses Wissen zumindest teilweise zu rekonstruieren.

Hand in Hand mit den Hexenverbrennungen, wurde den Frauen die Verantwortung für ihr weibliches Wohlbefinden und ihre Gesundheit aus der Hand genommen. Eine damals rein männliche Ärzteschaft hat diese Aufgabe an sich gerissen und durchaus beträchtlichen Schaden angerichtet. Als Beispiel dafür sei der enorme Anstieg der Sterblichkeit von Frauen nach Entbindungen genannt, die durch das Kindbettfieber hervorgerufen wurde. Der Grund dafür war die mangelnde Hygiene, so sollen Ärzte von der Leichenschau direkt zur Untersuchung der Wöchnerinnen übergegangen sein, ohne sich die Hände gewaschen zu haben. Ebenfalls ein Mann, Iganz Semmelweis, konnte diesen Zusammenhang schließlich aufdecken.

Entsetzlicher Weise sind viele der Methoden der heutigen Gynäkologie, die ein operatives Fach ist, im Kontext der amerikanischen Sklavengeschichte entwickelt und erprobt worden. Das erinnert leider sehr an einen furchtbaren Teil der europäischen Geschichte, bei dem Menschen in Konzentrationslagern auf unmenschlichste Art und Weise für medizinische Forschungszwecke missbraucht wurden. Diese schwarzen Sklavinnen wurden zu Objekten der Forschung – ihre volksmedizinischen Praktiken wurden verboten und alle möglichen Operationen an ihnen erprobt.

Auch die katholische Kirche hat eine Wertehaltung vertreten bzw. vertritt sie heute noch, in der Frauen praktisch als asexuelle Wesen zu betrachten sind und eine „anständige Frau“ am besten gar nicht weiß, wie sie zwischen ihren Beinen aussieht. Bereits während der Frauenbewegung ab der Mitte des 19. Jahrhundert ging es zunehmend darum, den weiblichen Körper wieder in Besitz zu nehmen. Frauen begannen, sich die weibliche Anatomie wieder anzueignen und trafen sich zu Selbstuntersuchungen mit Spekulum. Auch der weibliche Zyklus wurde wieder zum Thema und frau tauschte sich über ihre Erfahrungen aus. In dieser Zeit wurde auch das Kräuterwissen wieder verstärkt in Besitz genommen, um die eigene Gesundheit wieder in die Selbstverantwortung zu nehmen. Immer mehr Frauengesundheitszentren entstanden.

Dennoch ist der Weg auch heute noch weit, bis alle Frauen wieder entspannt über ihre Anatomie, Physiologie und Sexualität sprechen werden. Im Gegenteil, es scheint so etwas wie eine weltweite weibliche Gesundheitskrise zu schwelen. Es gibt nur sehr wenige Frauen mit einem wirklich gesunden Zyklus, immer mehr Frauen werden nur schwer bis gar nicht schwanger und auch entspannte Geburten ohne medizinisches Eingreifen sind selten geworden.

Das Dampfsitzbad als Selbstfürsorge wieder im Alltagswissen der Frau zu verankern ist deswegen ein wichtiges Ziel für uns von Vaginal Steaming Austria. Die Frau als Subjekt in der Selbstverantwortung für ihren eigenen Körper soll wieder die Basis für eigene Gesundheitsentscheidungen werden. Das ist unser Beitrag zum Gesundheits-Empowerment der Frau und liegt uns deswegen sehr am Herzen.

Zugleich ist das Dampfsitzbad jedoch auch eine komplexe Methode mit vielen speziellen Anwendungen, die genau auf die Konstitution und das Thema einer Frau abgestimmt gehören. Auch hier möchten wir Expertinnen ausbilden, die dort weiterhelfen, wo es über alltägliche Anwendungen hinausgeht.

In beiden Fällen steht Vaginal Steaming Austria dafür, die Gesundheit der Frau wieder in weibliche Hände zu geben und Themen frühzeitig mit sanfter Unterstützung zu begegnen.

Im Herbst 2020 startet daher der erste deutschsprachige Online Basiskurs, um Menschen in Vaginal Steaming auszubilden. Hier wird neben dem Wissen über das Dampfsitzbad auch grundlegend in die Anatomie, das Zyklusgeschehen und die häufigsten gesundheitlichen Probleme der Frau eingeführt.

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